Schreiben hinter Gittern: Öcalans Tagebücher

Politik | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Ein neues Buch gibt Einblick in das Denken eines der letzten linken Arbeiterführer, des umstrittenen PKK-Chefs Abdullah Öcalan

Rezension: Thomas Schmidinger

Es ist eine Herausforderung, Schriften eines in lebenslänglicher Isolationshaft befindlichen Gefangenen herauszugeben. Die internationale Initiative "Freiheit für Abdullah Öcalan - Frieden in Kurdistan“ hat es gewagt. Sie hat zusammengetragen, was der 1999 vom türkischen Geheimdienst in Kenia festgenommene und wegen Bildung einer terroristischen Organisation verurteilte Kurdenführer in Haft geschrieben hat. Das Projekt entstand unter schwierigsten Bedingungen. Öcalan verfügt auf der Gefängnisinsel Imralı über keine wissenschaftlichen Bibliotheken, kann also nur aus dem Gedächtnis zitieren. Nachfragen der Verleger und Übersetzer an den Autor waren nicht möglich.

Herausgekommen ist ein 600 Seiten starkes Buch, das nicht nur für Anhänger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) interessant sein dürfte. Öcalan gehört zu den

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