Paul Schraders "Cleopatra Club“: sanft aktualisiert und mit Regieeinfall

Joachim Schätz | Feuilleton | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Er werde das Stück in "Kairo 1995“ umbenennen, scherzte Paul Schrader in Wien gegenüber Journalisten: Die wollten nicht glauben, dass er sein - vom Stadttheater Walfischgasse als Auseinandersetzung mit dem "Clash of Civilizations“ beworbenes - Drama "Der Cleopatra Club“ bereits vor 15 Jahren verfasst und nach 9/11 nicht nachjustiert hatte.

Rupert Hennings Inszenierung übersiedelt das Stück explizit in die Gegenwart: Gleich zu Beginn kämpft der pensionierte Filmkritiker Mark Saperstein (Bernd Jeschek) in einer Hotelbar in Kairo mit seinem MP3-Player, in einem späteren Gespräch ist der ägyptische Regiealtmeister Youssef Chahine (1926-2008) bereits verstorben. Die sanfte Aktualisierung mag der Zeitgeistigkeit des Themas geschuldet sein oder pragmatischen Überlegungen zur Ausstattung. Sie unterstreicht nebenbei aber auch, dass Schrader - der den heftigen Schlussapplaus der Europapremiere auf der Bühne entgegennahm - inzwischen das Alter seiner beiden Hauptfiguren erreicht hat,

  359 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige


Anzeige