Gut geölt und mit pikanten Stellen

Feuilleton | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Skandalträchtige Akte, eindringliche Porträts: Das Wien Museum zeigt die Kunst der Fotopionierin Trude Fleischmann

Ausstellungsbericht: Nicole Scheyerer

Eines Tages habe ihre Mutter sie gefragt, ob sie die Fotografie denn nicht als Beruf ausüben wolle. Auf ihre Zustimmung hin begannen Trude Fleischmann und ihre Mama gemeinsam nach passenden Räumlichkeiten für ein Atelier zu suchen.

Gleich hinter dem Rathaus wurden sie fündig, wobei die Nähe zu den vielen Theatern den Ausschlag gab. Am Beginn ihrer Karriere schrieb die 25-jährige Fotografin bekannte Schauspieler und Musiker an, ob sie sich von ihr porträtieren lassen wollten. Mit dem Ziel einer späteren Zeitungspublikation fotografierte sie viele von ihnen unentgeltlich - die finanzielle Unterstützung der Eltern machte es möglich. So einfach konnte eine weibliche Geschäftsgründung im Wien von 1920 sein.

Sie hätten "den sittlichen Ernst der Kunst ins Abgeschmackte herabgezogen“, erregte sich der Fotograf und Fotopublizist Hermann


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