Sogar der Hund ist eine geile Sau: das neue Stück von Ewald Palmetshofer

Feuilleton | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Ewald Palmetshofer ist das Aushängeschild des "neuen“ Schauspielhauses. Der oberösterreichische Dramatiker, 32, war in den ersten drei Jahren der Direktion Andreas Beck nicht nur der meistgespielte, sondern auch der interessanteste Autor. In "hamlet ist tot“ (2007), "wohnen. unter glas“ (2008) und "faust hat hunger“ (2009) etablierte Palmetshofer einen neuen Sound; in einem eigenwilligen Rhythmus aus Smalltalkgeplapper und elaborierten Monologen entwarf er das Bild einer Welt ohne Herz.

Für sein neues Stück "tier. man wird doch bitte unterschicht“ hat der Autor das Milieu - und damit auch die Form - gewechselt. Anders als bisher geht es diesmal nicht um die Leere in den Herzen des modernen Großstädters, sondern um ein Provinzdrama: Erika, die als Mädchen Opfer einer Gruppenvergewaltigung war, nimmt späte Rache. Sie ersticht zuerst den Hund des pensionierten Schuldirektors, weil das Vieh ihr dauernd zwischen die Beine geht ("Sogar der Hund ist eine geile Sau“), und zündet


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