Stadtrand 

Nur Böse klauen aus dem Altkleidercontainer

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Matthias Dusini | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Billige Klamotten der letzten und vorletzten Saison, die öfter als einmal getragen wurden, kann man ruhigen Gewissens in den Restmüll schmeißen. Bei neuen, nicht so billigen Teilen bieten sich Kleidersammelcontainer als Lösung an. Hilfsorganisationen stellen sie auf, um Secondhandtextilien zu sammeln und sie dann weiterzuverkaufen. Mir stehen sie nicht, vielleicht kann wer anderer damit was anfangen. Für die guterhaltenen Abfälle des letzten Kaufrauschs interessieren sich aber nicht nur die offiziellen Kleidersammler von Humana und Caritas, sondern auch Nachbarn, die mit Haken die für einen guten Zweck bestimmten Stoffe aus dem Container fischen. Da sie das nicht nur einmal tun, sondern immer wieder, ja die Container mit der Fanglust des geduldigen Fischers zu beobachten scheinen, stellt sich die Frage: Möchte der wohltätige Konsument seine Gabe in den Kofferraum des Nachbarn wandern sehen? Was für ein Quatsch. Die Wohltat erreicht genauso ihr Ziel, ohne dass eine teure Organisation in die Verteilung involviert werden müsste.


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