Die Aufständischen

Steiermark | aus FALTER 04/11 vom 26.01.2011

Immer mehr Pfarrer pfeifen auf die rigiden Regeln der Amtskirche - und tun einfach, was sie für notwendig halten

Reportage: Gerlinde Pölsler

So eine Messe haben die Kirchgänger der südsteirischen Gemeinde noch nie erlebt. Ihr Pfarrer, bekannt für ungewöhnliche Aktionen, stellt ihnen seine heutigen Gäste vor: Hans Chocholka, erklärt er, werde heute darüber predigen, was es bedeutet, ein verheirateter Priester zu sein. Das, obwohl die katholische Kirche diesem verboten hat, sein Amt noch auszuüben. Damit nicht genug: Der Gast werde sich diese Aufgabe mit seiner Frau teilen. Zitternd tritt Anni Chocholka an den Altar und beginnt: "Pfarrersfrau: Hure?“ Kein Ton in der Kirche. "Verführerin?“, redet sie weiter, "oder doch Berufene?“ Als die beiden fertig sind, ist es kurz still. Dann beginnen die Leute in den Bänken zu klatschen und hören minutenlang nicht mehr auf.

15.100 steirische Katholiken haben sich im vergangenen Jahr von der Kirche verabschiedet, 87.400 waren es in ganz

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