Kritiken

Eine Jahrhundertaffäre: Arendt und Heidegger

Lexikon | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Die lebenslange Beziehung zwischen der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, die für NS-Verbrechen den Begriff "Banalität des Bösen“ prägte, und ihrem 17 Jahre älteren Lehrer Martin Heidegger, der NSDAP-Mitglied war, ist eine der spannendsten Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts. Das Stück "Die Banalität der Liebe“, in dem die israelische Autorin Savyon Liebrecht den Beginn und das Ende der Jahrhundertaffäre zeigt, ist dramatische Konfektionsware. Dass die österreichische Erstaufführung darüber hinausgeht, liegt daran, dass Regisseur Michael Gruner nicht nur einen guten Namen hat, sondern auch wirklich gut ist. Seine zart surreale, leichtfüßig tänzelnde Inszenierung bringt das biedere Stück zum Schweben und die Schauspieler - allen voran die irrlichternde Juliane Gruner als Arendt - zum Leuchten. Keine Frage: Das muss Liebe sein. WK

Theater Nestroyhof Hamakom, Di, Mi, Do 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige