Performance Tipps

Money, Money, Money: Kapitalismus im Brut

Lexikon | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Bei Brut Wien dreht sich derzeit alles ums Geld. Der Programmschwerpunkt "Geld - Werte - Leistung“ erreicht diese Woche seinen Höhepunkt. In der Brutstätte, der Brut-Probebühne in der Zieglergasse, zeigt die junge Wiener Performancegruppe notfoundyet (Laia Fabre, Thomas Kasebacher) ihre neue Arbeit "Perfect Happiness“ (2. bis 4.2.). Die Künstler wollen eine Welt präsentieren, in der die Menschen "dazu verdammt sind, selbst zur ultimativen Ware zu werden“. Zum Einsatz kommen unter anderem wilde Tänze, chinesische Nudeln und einsame Lieder.

Das Grazer Theater im Bahnhof gastiert im Generali Center, um dort postdramatisch den "Tod eines Bankomatkartenbesitzers“ (4. bis 12.2.) zu beklagen. Uraufgeführt wurde die Site-specific-Performance beim steirischen herbst. "Überraschenderweise hat das TiB eine eher klassische Bühnensituation in das Shoppingcenter gebaut“, notierte Thomas Wolkinger damals in sein herbst-Tagebuch. "Dabei hätten die Kopfhörer, über die man die Texte empfing, durchaus mehr Bewegung im Konsumraum erlaubt, hätten die rund um ein fiktives Promotionevent gebauten Dialoge und Live-Interviews mit Einkäufern über Schulden, Sühne und Sonderangebote eine gruselige Klangfolie für die ganz normalen Schrecken des Ortes abgegeben.“

Abgeschlossen wird der Kapitalismus-Schwerpunkt im Künstlerhaus mit einer Performance des US-Videokünstlers Chris Kondek und der Berliner Journalistin Christiane Kühl, die in "Money - It Came From Outer Space“ (8. und 9.2.) den Nachweis erbringen möchten, dass Geld ein Alien ist. Kondek, dessen Karriere als Lichtdesigner bei der New Yorker Wooster Group begann, ist im deutschen Theater ein überaus gefragter Mann; unter anderem arbeitet er seit Jahren mit dem Regisseur Stefan Pucher zusammen. WK

Brutstätte, Fr 21.00; Generali Center, Fr 18.00, Sa 14.00; Brut im Künstlerhaus, Di, Mi 20.00


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