Neu im Kino

Stellan Skarsgård als "Ein Mann von Welt“

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Er solle nicht zurückblicken, sondern in die Zukunft schauen, meint der Wachbeamte zu Ulrik (Stellan Skarsgård), als dieser nach zwölf Jahren Haft wegen Mordes entlassen wird. Es ist ein kalter, windiger Winter in Norwegen, doch was Ulrik in erster Linie zusetzt, ist sein auf ihn wartender Boss, dem er einen Rachemord schuldet: Er muss den Verräter, der ihn damals verpfiffen hat, zur Strecke bringen - und will doch nur ein ganz normales Leben führen. Ein vorderhand eintöniges Szenario also, aus dem Hans Petter Moland jedoch überraschend Kapital schlägt: Da ist einmal Skarsgård mit ergrautem Pferdeschwanz als schweigsamer "Mann von Welt“, der trotz aller Kalamitäten eine stoische Ruhe an den Tag legt; ziemlich gute Dialoge, die auf Norwegisch noch zynischer klingen, als sie gemeint sind. Und Schauplätze, die aufgrund ihrer Anonymität die eindimensional gezeichneten Figuren umso stärker wirken lassen. Und vor allem, weil der ewige Vergleich mit Aki Kaurismäki so unfair wie unnötig ist, sei "Ein Mann von Welt“ (im Original: "Een Ganske Snill Mann“) hier als der etwas andere skurril-skandinavische Film noir belobigt.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmcasino)


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