Ohren auf  

Nicht für Kinder: alte und neue Klavierspiele

Sammelkritik

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Spielchen sind das gewiss keine, die Katharina Weber da spielt, obwohl die vielen kurzen Stücke von Robert Schumann und György Kurtág, die die Schweizer Pianistin auf "Mit inniger Empfindung“ (Cubus) klug kombiniert, dem Namen nach diesen Verdacht aufkommen lassen könnten. "Játékok“, "Spiele“, nennt Kurtág seine Sammlung von über 300 Charakterstücken; es sind hoch verdichtete Vignetten, in denen oft aus einer einzigen Geste, einem Motiv für kurze Momente eine ganze Welt entsteht: als ob ein Kind - im Wortsinn - am Klavier spielte. Für Kinder sind sie gleichwohl nicht gedacht.

Auch Schumanns "Album für die Jugend“ richtet sich nicht allein an den pianistischen Nachwuchs, ist eine Art klingendes Tagebuch voll autobiografischer Anspielungen und intimer Bekenntnisse. In stetem Wechsel stellt Katharina Weber 16 bzw. 17 Miniaturen dieser Sammlungen nebeneinander - mal in reizvoller Konfrontation, mal in hartem Aufeinanderprallen, mal in Anschlüssen, die so natürlich wirken,


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