Meinesgleichen

Ein Döblinger Schrumpfgermane zuckt aus

aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Verglichen mit Journalismus in demokratischen westlichen Ländern ist der österreichische Journalismus ziemlich weit unten anzusiedeln. Dafür sprechen Phänomene wie der von ihm selbst so genannte "Retorsionsjournalismus“ des Wolfgang Fellner, mit dem er die Justiz samt Ministerin angreift, ohne zu sagen, was sie ihm vorwerfen. Dafür spricht die strukturelle Korruption der ganzen Branche. Ihre Verhaberung mit der Politik erinnert längst an Zustände in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, als Erpresser- und Revolverjournalisten ihr Unwesen trieben.

Unter den österreichischen Journalisten ist wiederum Michael Jeannée ziemlich weit unten anzusiedeln. In seiner Kolumne "Post von Jeannée“, deren Idee er bekanntlich Franz-Josef Wagner aus der Bild Zeitung gestohlen hat, unterbot er sich kürzlich wieder einmal selbst. In der Krone nannte er den Falter "bolschewistisch“. Jeannée weiß wohl, wessen er uns damit bezichtigt, und er weiß, dass er sich mit dieser Denunziation des Sprachgebrauchs der nationalsozialistischen Propaganda bedient. Ihm egal. "Bolschwistisch-jüdisch“ war das Feindbild der Nazis. "Der Bolschewismus“ und "das Judentum“ hatten sich in den Augen der Nazis verschworen, die edlen Germanen zu vernichten. Nun mag Jeannée eher dem Typus des Döblinger Schrumpfgermanen (samt Weinglas und Schrumpfhund) entsprechen als dem Rassenideal. Seine nazoiden Ausritte gegen uns kann er sich aber sonst wohin schieben.

Quelle:

Kronen Zeitung vom 27.1.2011


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