Kommentar 

Die Krise des Westens: wie Schwellenländer für unser Versagen büßen

Wirtschaft

Kurt Bayer | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Erinnern wir uns an die "asiatische Krise“ 1996. Indonesien und Thailand wurden als Auslöser dieser Krise benannt, die dann über Russland nach Lateinamerika schwappte. Die Lösung dafür, vom Internationalen Währungsfonds verordnet, brachte Abwertungen, Arbeitslosigkeit und Armut mit sich. Diese bittere Medizin wurde später auch vom Währungsfonds selbst kritisiert.

Die Krise unserer Tage hat keinen geografischen Namen - wie wäre es mit "Krise des Westens“? Ihre Bewältigung, durch massive steuerfinanzierte Bankenprogramme und hohe Schuldenaufnahme hat eine noch tiefere Rezession zumindest vorläufig verhindert - allerdings möglicherweise auf Kosten jener Länder, die mit der Krise nichts zu tun hatten.

Erstmals melden sich asiatische und lateinamerikanische Kommentatoren zu Wort und verlangen Mitsprache bei den Lösungen dieser Krise. Sie werfen den USA und Europa Ursachenverdrängung und Nichtbeachtung der globalen Auswirkungen der Krisenbekämpfung vor. Sie argumentieren, dass


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