Vom Schweigen der Lämmer im Tal der Wölfe

Politik | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Wie ein antijüdischer Film am internationalen Holocaust-Gedenktag in österreichischen Kinos Premiere feiert

Analyse: Stefan Apfl

Wir steuern den Hafen von Palästina an“, sagt der Kapitän des Schiffes, "und auf diesem Kurs bleiben wir.“ 15.30 Uhr, im UCI Kinocenter in der Millennium City in der Brigittenau. Mit diesen Worten beginnt der Film "Tal der Wölfe“.

60, 70 Personen, vorwiegend junge Türken, ein Dutzend Mädchen mit Kopftüchern, eine Handvoll Journalisten, vereinzelte besorgte Juden und zwei Staatsschützer in Zivil, sehen im haushohen Saal 4 zu, wie sich daraufhin Soldaten aus einem Hubschrauber auf das Schiffsdeck abseilen und scheinbar wahllos auf Zivilisten schießen.

Von diesem Massaker ausgehend, werden sich plump gezeichnete Charaktere zu einem Rachefeldzug aufmachen und sich die Pausen zwischen schier endlosen Schießereien mit banalen Dialogen vertreiben. Es wird um Ehre gehen, um Nationalismus und Religion, und am Ende werden die Guten gegen die Bösen gesiegt


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