Handreichung für Postfundamentalisten

Politik | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Oliver Marchart demonstriert in seinem neuen Buch eindrucksvoll, warum es heute mehr denn je politische Philosophen braucht

Rezension: Isolde Charim

Noch immer haben die meisten Theorieinteressierten einen "Frankotropismus“, der ihre Köpfe sich nach Frankreich wenden lässt. Wie viele Jahre schon kommt von dort das neue, das aufregende Denken? Oliver Marchart hat eine Bestandsaufnahme aktueller französischer Theorie unternommen- und inkludiert darin neben Claude Lefort, Alain Badiou, Jean-Luc Nancy und Jacques Rancière auch "geistige“ Franzosen, die nur zufällig anderswo geboren wurden, wie Ernesto Laclau oder Giorgio Agamben.

Solch ein Referat alleine wäre schon verdienstvoll genug, handelt es sich doch durchwegs um schwer zugängliche Theorien. Es ist schön, wenn da einer kommt, der in der Lage ist, einem das richtig gut zu erklären. Und das kann Marchart. Sein Buch zeigt aber, dass man zu solcher Klarheit nur kommt, wenn man von einem eigenen Standpunkt aus spricht. Insofern


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