"Bei uns gilt das nicht als Kunst“

Feuilleton | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Am 9. Februar wird der 80. Geburtstag von Thomas Bernhard gefeiert. Den Jubiläumsstress hat allerdings der mit Bernhard-Fotos berühmt gewordene Fotograf und Filmer Sepp Dreissinger

Interview: Klaus Nüchtern, Michael Omasta

Vor ein paar Jahren hat Sepp Dreissinger seine Dunkelkammer abgerüstet und arbeitet seitdem nur mehr digital: Das spart Zeit und schont die Augen. Neben der Fotografie hat der für seine Porträts berühmte Vorarlberger zuletzt aber auch den Film entdeckt.

Naturgemäß ist es der vielfach fotografierte Thomas Bernhard, dem auch das filmische Interesse Dreissingers gilt: In fünf Jahren hat er mit über 60 Menschen, die den Dichter begleitet haben, Interviews geführt, die zu 100 Stunden Material angewachsen sind. Und obwohl er gemeinsam mit seiner Freundin, der Künstlerin Heike Schäfer, wie ein Besessener am Schnitt gearbeitet hat, ist der auf drei Stunden angelegte "große“ Bernhard-Film nicht rechtzeitig zu dessen 80. Geburtstag fertig geworden. Immerhin: Eine

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