Morrissey ohne Lieder, Porno ohne Sex

Feuilleton | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Ostblockpornos und Überwachungskameras liefern das Material für den charismatischen Gay-Experimentalfilmer William E. Jones

Werkporträt: Maya McKechneay

Der junge Mann steht vor einem Bett, in einem staubigen Zimmer mit braun gemusterter Tapete. Sein Gesicht ist auf eine trotzige Art schön. Wäre er Belgier, man würde ihn sich in einem Film der Brüder Dardenne vorstellen. Doch der Bursche ist Russe und nimmt an einem Casting für Pornodarsteller teil. Aus dem Off schiebt sich die Hand eines älteren Mannes auf ihn zu und inspiziert im Zentrum des schlecht ausgeleuchteten Videobilds sein Gebiss wie das eines Pferds.

"The Fall of Communism as seen in Gay Pornography“ ist ein Zusammenschnitt von Videos, die zwischen 1993 und 1998 in den östlichen "Pornohauptstädten“ Prag, Budapest und Moskau gedreht und in den USA vertrieben wurden, sowie von "Screentests“ mit potenziellen Pornodarstellern: halbwüchsige Poser, schüchterne Jungs.

Der amerikanische Filmemacher William E. Jones hat


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