Stadtrand 

Nach rauchfrei: Gruß aus der Gerücheküche

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Das Gute am Nichtraucherschutzgesetz (Rauchern besser bekannt als "Antirauchergesetz“) ist ja, dass man nach einem Wirtshausbesuch nicht mehr nach Tschik stinkt. Also die Klamotten, und solange man nicht im Raucherabteil sitzen musste. Das Schlechte daran: Man riecht nach allem anderen. Zum Beispiel nach Wirtshaus. Nach Zwiebeldunst und Bratlfett. Auch nicht so gut, vor allem wenn man erst am nächsten Tag merkt, dass die Winterjacke küchengedünstet wurde. Ein wirtshauserprobter Freund vermeidet das, indem er sich im Wirtshaus frei macht, Jacke, Schal, Haube und Pullover in einem mitgebrachten Müllsack deponiert, den er luftdicht verschließt. So bekommen nur noch Hemd und Hose was ab von der Gerücheküche. Wundern Sie sich also nicht, wenn demnächst Wirtshausgäste nur in Unterwäsche beim Schnitzel sitzen. Auch in rauchfreien Konzert- und Partyhallen riecht’s nun anders. Nach Klostein oder anderen Putzmitteln und nach - Schweiß. Vielleicht sollte man ja vorm Konzertbesuch noch schnell ins Wirtshaus gehen?


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