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Was Slalom und Büro gemeinsam haben

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Wolfgang Kralicek schaut im Winter lieber Skirennen als Fußball

Slalom und Riesentorlauf sind anschauliche Modelle für die Gesetze der Arbeitswelt. Die Startreihenfolge erfolgt nach der Weltrangliste: Die Besten fahren zuerst und haben daher - weil die Piste ja immer schlechter wird - die besseren Bedingungen. Nachwuchsfahrer, also die Berufseinsteiger, haben im Grunde nur dann eine Chance, wenn die Alten Fehler machen. Diese müssen sie gnadenlos ausnützen, um sich in der Startliste nach oben zu arbeiten. Manche brauchen dafür Jahre, manche schaffen es nie. Der Salzburger Slalomfahrer Wolfgang Hörl etwa ist 27 und war noch nie unter den ersten zehn. Zuletzt, in Schladming, war Hörl sogar langsamer als der alternde Rainer Schönfelder, der nach vielen Verletzungen auf schlechten Pisten ums Überleben kämpft. Auch das kennen wir aus der Wirtschaft: Wer’s nicht mehr bringt, fliegt entweder raus oder findet sich in einem Büro wieder, das so klein und schäbig ist wie am Beginn seiner Karriere.


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