Ins Mark  

Cocooning, diesmal arkan

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 05/11 vom 02.02.2011

Was wurde eigentlich aus … Franz Voves? Sehen wir nach, welche "News aus dem Büro des Landeshauptmanns“ auf seiner amtlichen Website gemeldet werden. Die letzten vier Einträge: "Zum ersten Mal gewinnt ein Franzose den Nachtslalom“ (26.1.), "Sitzung der Steiermärkischen Landesregierung“ (27.1.), "Unfallset MEGUS - Meilenstein in der Unfallversorgung“ (28.1.), "Neueröffnung des Cultur Centrums Wolkenstein“ (31.1.). Das ist nicht nichts. Obwohl von der Regierungssitzung nicht überliefert ist, ob Voves sich dort auch nur zu Wort gemeldet hätte. Parliert wird hinter verschlossenen Türen, Pressefoyer gab es auch keines: Arkanpolitik heißt der steirische Brauch.

Es steht alldies in eklatantem Widerspruch zur behaupteten Dringlichkeit der Lage im Lande, das von seinen Schulden, so heißt es, nahezu erdrückt würde. Darüber und über die von der Beamtenschaft ausgeheckten Sparmaßnahmen gibt es keinerlei öffentliche Debatte. Keine Diskussion über Prioritäten oder Zukunftsprojekte, keine Rede von der groß angekündigten Integrationsoffensive der früheren Kulturlandesrätin Bettina Vollath. Dass sie dafür, wie vor der Wahl angekündigt, damit beschäftigt ist, "wie eine Löwin ums Kulturbudget“ zu kämpfen, ist aktuell eher auszuschließen. Und Voves, der sich noch vor den Wahlen regelmäßig mit großen gesellschaftspolitischen Themen zu Wort gemeldet, vor der Berlusconisierung der Medienlandschaft gewarnt oder eine Reichensteuer gefordert hatte, verschanzt sich lieber in seiner als "Reformpartnerschaft“ getarnten Cocooning-Koalition mit der ÖVP. Die Blätter schreiben freundlich, das Land erträgt’s, ermattet.

Thomas Wolkinger leitet die Redaktion des steirischen Falter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige