Kritik

Hinter den Kulissen der Kinder vom Bahnhof Zoo

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Christiane F., Synonym für viel zu junge Menschen, die an der Nadel hängen, ist in einer Produktion des Theaters Wozek auf der Bühne gelandet, und das bedeutet keine Nacherzählung der 1978 erschienenen Autobiografie, sondern die Auseinandersetzung mit dem Mythos in Versatzstücken. Im Stück "Christiane F.“ kommen alle zu Wort, Christiane, ihr Freund Detlef, die Eltern, die Schauspieler, ein Regisseur, der die Grenzen zwischen Spiel und Realität verschwimmen lässt - und Christianes Sohn, der wütend ist, weil sie ihr Leben verkauft hat. Das spärliche Bühnenbild - Matratze, Heizkörper, Klo - versinnbildlicht die desperate Drogenszene in Karl Wozeks Inszenierung, die eine legendäre Geschichte neu auflöst, ohne dass es zur Erlösung kommt.

Dschungel Wien, Di 20.00, Do 19.30


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