Vernissagen

Der Struwwelpeter des Wiener Fin de Siècle

Lexikon | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Seine gnadenlosen Selbstporträts bleiben im Gedächtnis haften: Egon Schiele schmeichelte sich nicht, wenn er sein Spiegelbild - oft auch nackt - festhielt. Vielmehr setzte er seine radikale Vorstellung von Expressivität um, die den seelischen Ausdruck bannen sollte. Zu den Erkennungszeichen des punkig zerzausten Künstlers zählen auch die in V-Form gespreizten Finger. Viel Zuneigung offenbaren die Zeichnungen und Gemälde, in denen der Klimt-Protegé seine Lebensgefährtinnen Wally und Edith abbildete. Die Schau "Egon Schiele. Selbstporträts und Porträts“ im Belvedere versammelt nun rund 100 Werke, darunter viele Auftragsarbeiten. Mit der Präsentation von Schieles Korrespondenz wird auch ein interessanter Einblick in die Beziehung zwischen dem Künstler und seinen Sammlern und Mäzenen in der feinen Wiener Gesellschaft gegeben. NS

Belvedere, Eröffnung Mi 19.00; bis 29.5.


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