Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Gern verarscht an dieser Stelle, ganz dem Inneren gemäß, der Kolumnist abwesende Kollegen. So geht es vermutlich im Inneren eines jeden (jaja, auch einer jeden) zu, aber wir können in niemanden hineinschauen, also bleiben wir, was das Innere anderer betrifft, auf Mutmaßungen angewiesen, Kommentatoren des Vulkans von unterhalb des Kraters.

Die neue Küche jedenfalls wird von hauseigenen Soziologen mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Wird sie imstande sein, das Benehmen der Bewohner zu prägen? Und wenn ja, wie lange wird diese Verhaltensänderung anhalten?

Gewisse Verhaltensweisen können auch durch beste Architektur nicht beseitigt werden. Kaum war die von einer hartnäckigen Grippe genesene Ingrid Brodnig im Haus, musste sie auch schon ein Mail an alle absetzen, des Inhalts, sie möchte ihren Schokopudding wieder, der sich eben noch im Kühlschrank befunden habe.

Josef Egger hingegen, der Mann am Empfang, sieht seit dem in Blitzgeschwindigkeit von limit architects durchgezogenen Umbau überaus zufrieden aus. Wo sich vor wenigen Wochen noch Papierberge stapelten, erstreckt sich nun das leere Feld eines sauber gereinigten Bodens. Das werde so bleiben, behauptet Egger und konstatiert bereits erfreuliche Auswirkungen auf seine und auf die Psyche der Besucher.

Das erinnerte mich an ein Gedicht von Ted Hughes. Ein Falke betrachtet, die Sonne im Rücken, von oben die Welt, die so ist, wie sie immer war. Und Egger sprach, im Angesicht einer ganz neuen Welt, gelassen das Wort des Falken aus: "I am going to keep things as they are.“ AT


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