Meinesgleichen

Claus Pándi lehrt uns, die Heeresdebatte zu verstehen

Falter & Meinung | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Auch so kann man österreichische Zeitgeschichte schreiben: "Das zwar konzeptfreie, aber dafür vehemente Beharren auf dem Präsenzdienst passt wenig in des Bild einer Partei, die seit jeher mehr privat (sic) und weniger Staat propagiert. Und es war stets die ÖVP, die hinter und vor den Kulissen für eine gründliche Neuausrichtung des Bundesheeres gestanden ist. Konservative Galionsfiguren von einem Alois Mock bis zu Wolfgang Schüssel waren immer profunde Proponenten einer kleinen, aber feinen Profiarmee. Erst seitdem Josef Pröll den glücklosen Wilhelm Molterer auf die Hinterbank verdrängt hatte, zerbröckelt die traditionelle Haltung.“

Wer stand da zugleich hinter und vor den Kulissen? Claus Pándi war’s, der historisch versierte Politprofi aus der Muthgasse, Kämpfer gegen Wehrpflicht und für alles Kleine, Feine. In seiner Kolumne "Politik am Sonntag“ verdutzt er uns nicht nur mit brillant formulierten historischen Anklagen. Nein, er verblüfft uns mit Analysen: "Ursache des Pröll’schen Schleuderkurses könnten die Befehlsausgaben sein, die ihm via Kurier vermittelt werden.“

Ah, jetzt verstehe ich endlich: ein Stellvertreterkrieg! Krone-Pándi hängt am Ohr von Werner Faymann und Norbert Darabos, auf der anderen Seite des Donaukanals rollt Raiffeisenchef Christian Konrad den Kurier zusammen und trompetet seine Kommandos ins Ohr von Josef Pröll. Es ist ein gutes Land. Regiert von Kronenkurier und SPÖVP - einer schrecklich netten Familie.

Quelle:

Kronen Zeitung vom 6. Februar 2011, Seite 6


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