Am Apparat  

Herr Fuchs, warum verlangt die Post so horrende Summen?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Wer ein schweres Paket in die USA verschicken will, muss nun viel mehr Geld ausgeben. Ein Paket mit 501 Gramm kostete früher 15 Euro, jetzt sind es 47 Euro, berichtet der Standard. Woran das liegt, erklärt Stephan Fuchs, Sprecher der Post.

Warum sind Pakete in die USA teurer?

Das stimmt nicht ganz. Wir haben den Preis nicht erhöht, sondern wir können keine herkömmlichen Pakete mit mehr als 499 Gramm mehr annehmen. Das ist eine neue Regel der amerikanischen Transportsicherheitsbehörde und eine Reaktion auf die Paketbomben und Terroranschläge vom Vorjahr. Jedes Paket mit mehr als 499 Gramm muss gescannt werden, das ist in unserem logistischen Massenablauf nicht möglich. Deshalb müssen diese Pakete per EMS versendet werden.

EMS ist aber viel teurer als der Standard-Versand. Warum sind die Preise bei uns gestiegen, in Deutschland jedoch nicht?

Die Deutsche Post besitzt die Tochterfirma DHL und damit ganz andere Zugangsmöglichkeiten. Sie kann diese Scans in einem anderen Ausmaß durchführen als wir.

Von 15 auf 47 Euro, das ist eine immense Preissteigerung für den Kunden.

Diesen Betrag musste man auch schon vorher fürs EMS zahlen. Wir haben nicht den Preis erhöht, wir können nur keine normalen Pakete mehr verschicken. Unser Tipp: Teilen Sie eine Sendung mit mehr als 499 Gramm auf zwei Pakete auf, wenn das möglich ist. Immer geht das nicht. Eine Vase lässt sich nicht auf zwei Pakete aufteilen.

Stimmt, man kann nicht alles aufteilen. Nur über 499 Gramm können wir nicht den Standard-Versand verwenden, das nehmen die USA nicht an.

Haben Sie Angst, dass Ihnen die Kunden weglaufen? Manche fahren angeblich bereits zur Post nach Deutschland.

Wir sind mit der Situation nicht glücklich und arbeiten an einer Lösung. Die amerikanische Transportsicherheitsbehörde wird ihre Regelung wahrscheinlich überarbeiten. Wenn deren endgültige Regelung bekannt ist, bin ich sicher, dass wir einen Weg finden.

Interview: Ingrid Brodnig


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