Mediaforschung  

Herr Wittmann, sind Sie ein heimlicher Graffiti-Sprayer?

Nachfragekolumne

Medien | Stefan Kluger | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Die Werbeakademie bewirbt sich wieder selbst - und setzt diesmal auf Graffitikunst. Auf ihren schlichten Plakaten steht der Spruch "Wer (be Akademie) sucht unterstromstehende Gegendenstromschwimmer“. Die Buchstaben "be Akademie“ sind dabei in Graffitischrift verfasst, so, als ob ein Sprayer diese Botschaft in einer Nacht- und-Nebel-Aktion hinterlassen hätte.

Der Passant stellt sich die Frage: War hier tatsächlich ein Sprayer aktiv? Oder ein gefinkelter Werber? "Das ist aber genau so beabsichtigt“, meint Michael Wittmann, der Student der Werbeakademie ist einer der Entwickler der Kampagne. Gemeinsam mit den Studienkollegen Thomas Grisold und Stephan Kugler durfte er die Idee mitentwickeln, betreut wurden sie von der Werbeagentur Euro RSCG.

Wen wollen die Studierenden ansprechen? "Von orientierungslosen Tagträumern, den sich fehl am Platz fühlenden WU-Studenten bis hin zu gerade fertig gewordenen Maturanten“, meint Wittmann. "Diese Querdenker sollen sich förmlich angeschrien fühlen. Genau euch suchen wir!“ Unter diesem Gesichtspunkt entstand auch der zweite Plakatspruch der Studenten, der die "angehenden Allesandersangeher“ anspricht und für ein Studium an der Werbeakademie begeistern will.

Ursprünglich wollten die Studierenden auf ihrem Plakat mit knalligen Farben und auffallenden Lettern aus dem Rahmen fallen. Die zurückhaltende Typografie würde jedoch die Graffitioptik des Schriftzugs "Werbe Akademie“ besser zur Geltung bringen, meint Michael Wittmann. Wer bei den komplizierten Wortschöpfungen eher Schwindel denn Begeisterung verspürt, bräuchte sich nicht zu grämen: Nicht jeder zählt zur unter Strom stehenden, gegen den Strom schwimmenden Zielgruppe.


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