Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Drama, Baby, Drama. Selten sah ich so eine Gefühlswucht im ZDF. Leiden, Leidenschaft und Vergänglichkeit war das Generalmotto der diesjährigen Verleihung der "Goldenen Kamera“. Diese Oscar-Gala für Deutsche bot alles auf, was die Nachbarn so an Prominenz bekommen, sogar echte Hollywoodmenschen wie John Travolta waren auf Einladung des Springer-Verlags da. Doch den Abend dominierten nicht die gesunden, gebräunten Stars, sondern ihre vom Schicksal geschlagenen Kollegen aus der Unterhaltungsbranche. Wie der von Parkinson gezeichnete 80er-Jahre-Held Michael J. Fox, der seinen Lebenswerk-Preis professionell-würdig entgegennahm. Oder die tapfere deutsche Sportjournalistin Monica Lierhaus, die ihren Ehrenpreis nach einer Hirnblutung und langer Rekonvaleszenz voller Freude in Händen hielt. Als dann am Ende noch ein Freund des kürzlich verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger dessen Preis posthum überreicht bekam, versank die Gala in einem Meer von Promi-Tränen.


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