"Es gibt zu wenige intelligente Wüstlinge“

Feuilleton | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Thomas Glavinic flirtet in seinem neuen Roman "Lisa“ mit der Angst vor dem Unheimlichen und hilft mit Brachialhumor nach

Buchkritik: Sebastian Fasthuber

Als "Heilbronner Phantom“ oder "Frau ohne Gesicht“ geisterte eine international gesuchte Verbrecherin zwischen 2007 und 2009 durch die Chronik-Meldungen in der Presse. Ihre DNA fand sich schon seit den frühen 90ern an zahlreichen Tatorten, etwa in Süddeutschland, Österreich oder Frankreich.

Die Frau schien fast wahllos Verbrechen zu begehen, wurde mit kleinen Diebstählen ebenso wie mit brutalen Morden in Verbindung gebracht und wechselte ständig ihre Komplizen. Wurden in einzelnen Fällen Schuldige dingfest gemacht, wollte sich niemand an eine Frau als Mittäterin erinnern. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Zeitungen eine Superverbrecherin aus der Unbekannten machten und Verschwörungstheorien kursierten.

Jetzt geistert das Phantom als Lisa durch den gleichnamigen neuen Roman von Thomas Glavinic. "Der Popstar unter Österreichs

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