Stadtrand 

Warum so viel Pipi die Hauswände runterfließt

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Matthias Dusini | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Die Anzahl der geklauten Einkaufswagerln geht zurück. Und man sieht immer mehr Hundeführer, die sich zu den Gackerln ihrer Lieblinge hinunterbeugen. Noch aber gibt es in Wien immer noch eine lokale Tradition, die ausländische Gäste in Staunen versetzt, das Pipimachen auf offener Straße. Schlendert man sonntagvormittags durch die leeren Straßen, stößt man auf Schritt und Tritt auf Spuren der Entleerung. In breiten Bahnen floss der nächtliche Strom von der Wand Richtung Rinnstein. Man wundert sich: Geschah dies, nachdem die Passanten das Lokal verlassen hatten, das Aufsuchen einer Toilette vergessend. Hatte das Beisl keine? Oder konnten Menschen nicht schlafen und dachten sich: "Ich könnte eigentlich auch mal Gassi gehen.“ Vielleicht sind es aber auch weibliche Gäste, denen die Kloschüssel in der Disco zu schmutzig ist. Vor dem Palais Herrengasse gibt es niedere Metallzäune, die die Passanten davon abhalten sollten, dort ihre Notdurft zu verrichten. Heute müsste man es wohl mit einem pfiffigen Slogan versuchen, etwa: "Ein Flascherl fürs Lackerl“.


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