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Diese feine Brotsuppe zählt nicht mehr zur Notgruppe

Grundkurs Kochen (110)

Stadtleben | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

Der Künstler Daniel Spoerri hat in seinen jungen Pariser Jahren übriggebliebenes Brot gesammelt, um das Ende des Monats knapp bei Kasse mit karger Brotsuppe zu überstehen. So sind - sozusagen aus der Schublade heraus - seine üppigen Tischinstallationen entstanden, die am Kunstmarkt seit Jahrzehnten gehaltvolle Erträge erzielen. Wer scheut sich nicht davor, altes Brot wegzuwerfen? Mit gemischten Gefühlen macht man’s oft dennoch. Der entscheidende Impuls pro Mistkübel kommt dann auch vom Widerstand gegen die pädagogisch fragwürdige Argumentation aus der frühen Kindheit, in der es hieß, dass woanders gehungert werde. Das stimmt! Nur die Mottenlarven wetzen schon ihre Kaukanten, und fürs Vögel- oder Hasenfüttern sind wir eindeutig zu jung. Also lernen wir entweder besser einkaufen und haushalten oder wir machen’s à la Spoerri.

Für die Brotsuppe schälen und würfeln wir eine kleine Zwiebel, die wir alsdann in einem Suppentopf in etwas Olivenöl anbraten. Hernach kommt altbackenes, grob geschnittenes Schwarzbrot (plus/minus 200 Gramm) dazu. Umrühren und ordentlich mit heißer Gemüsebrühe aufgießen. Etwas gehackte, frische Petersilie, geriebene Muskatnuss, eine zerdrückte Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer hinzufügen. Die Hitze wird zurückgeschraubt, der Topf zugedeckt, das ganze soll ungefähr zehn Minuten leise vor sich hinköcheln. Köstlich wird die Suppe, wenn man sie durch ein feines Sieb passiert und ein wenig Crème fraîche unterrührt. Verzicht schaut anders aus. ms


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