Die dunkle Seite des Mondes

Steiermark | aus FALTER 06/11 vom 09.02.2011

In den Roma-Ghettos der Slowakei sind die Menschen völlig auf sich allein gestellt. Das muss sich endlich ändern

Erfahrungsbericht: Thomas Wolkinger

Bei einem Gespräch mit einem Taxifahrer, der Volkes Stimme täglich aufsaugt, auf pointierte politische Ansichten gefasst zu sein, ist sicher nicht falsch. Mit einer Tirade, wie sie der Mann in Košice loslässt, als er hört, wohin die Fahrt gehen soll, muss man allerdings nicht rechnen. "Nach Lunik IX? Sie wissen, was dort ist? Es ist schrecklich! Es ist die Bronx von Košice. Ein Dschungel. Nur, in einem Dschungel springen einem die Affen aufs Dach, in Lunik sind es die Kinder der Cigáni.“

Lunik IX ist der Albtraum jedes Stadtplaners oder Sozialpolitikers. Doch in der zweitgrößten slowakischen Stadt sind sie es gewesen, die diesen Albtraum zu verantworten haben. In den Achtzigerjahren wurde die Trabantenstadt im Zuge der Roma-Assimilierungspolitik der Kommunisten aufgezogen, die auch Zwangssterilisationen kannte. Die Siedlung sollte


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