Musiktheater Kritik

Verquere Perspektiven: The Io Passion

Lexikon | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Zeus begehrt Io, wird jedoch von Hera ertappt, die die Schöne in eine Kuh verwandelt und schier in den Wahnsinn treibt. So weit der Mythos, um den herum Harrison Birtwistle in "The Io Passion“ (2004) sieben Szenen heftiger Liebesleidenschaft schachtelt. Warum die sonst so stilsichere Kammeroper ausgerechnet dieses verquere, mitunter derbe und mäßig innovativ vertonte Spiel mit permanenten Perspektiv- und Konstellationswechseln ansetzt, bleibt letztlich unklar. Musiker (Streichquartett mit Bassettklarinette) und Solisten (Jennifer Davison, Barbara Schedel, Hans Gröning u.a.) machen jedenfalls das Beste daraus, ebenso Nicola Raab, deren sachliche Inszenierung die enge Bühne des Hauses so geschickt nutzt, wie sie den Peinlichkeitsfallen der Partitur aus dem Weg geht. CF

Kammeroper, Sa, Di, Do 19.30

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