Zeit: Gerade heute ein drängendes Problem

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Das Volkskundemuseum liefert praktische Tipps

Stellen Sie die Uhr fünf oder zehn Minuten vor, halten sich aber an die angezeigte Zeit. Sie brauchen nie wieder zu hetzen." Die Zeiten haben sich geändert, auch im steirischen Volkskundemuseum. Ehemals beschäftigten sich dessen Vordenker wie Viktor Geramb und Hanns Koren vor allem mit der Lebenswelt des "echten" Steirers, der zwangsläufig bäuerlich geprägt war.

"ZeitZeitZeit...", so der Titel der aktuellen Ausstellung, illustriert da einen breiteren Zugang. Konzipiert für ein jüngeres Publikum wird hier über Zeit nachgedacht. Etwa mit Hilfe einer "Zeitapotheke", in der soziale Techniken zur Linderung der Zeitnot beschrieben werden. Oder bei einem Abschnitt, der sich mit Ereignissen wie 9/11 oder Jörg Haiders Unfalltod beschäftigt, die sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt haben.

Aber auch die alltägliche Zeitmanipulation kommt nicht zu kurz. Jeder kennt sie, die blau-gelben Boxen an Verkehrszeichen, die Blinden mit akustischen Signalen die Navigation durch den öffentlichen Raum einfacher machen. Im Glauben, Verkehrsampeln beeinflussen zu können, drücken vielfach aber auch Passanten auf einen Knopf. Vergeblich, so klärt die Ausstellung auf, das sei bloße Trieb abfuhr: Denn die Wartezeit bis zur nächsten Grünphase wird keinesfalls verringert.

Volkskundemuseum, Erzählcafé "Wo warst du, als?", Di 15.00, bis 26. 10,


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