Nachrichten aus dem Inneren

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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Jede Redaktion hat ihren Promipool. In dem befinden sich Leute, die Glamour verbreiten sollen und für was Bestimmtes zuständig sind, wie zum Beispiel Gesang und Geburt (Anna Netrebko). Im Falter-Feuilleton gibt es kaum jemanden, der noch nie ein Interview mit Edek Bartz geführt hat. Bartz war/ist Musiker, Kurator, Kunstmessendirektor und vor allem (fast) überall dabei. Als Zeitzeuge und Verkörperung buddhistischer Relaxtheit wird er allgemein geschätzt, Armin Thurnher behauptet steif und fest, sich an Zeiten erinnern zu können, in denen Bartz’ Teint nicht Gutelaunebraun, sondern Lodenmantelgrün gewesen sei - aus Stress mit all den Rockdiven, mit denen er damals berufsbedingt Umgang hatte. Die Spezialfächer von Edek Bartz sind Falco und Peter Alexander. Wäre er ein indiskreter Mensch, Bartz hätte längst "die wahre Geschichte“ geschrieben - jedenfalls über Falco, denn dem "wahren“ Peter Alexander ist Bartz, wie er zu Protokoll gab (siehe Seite 22), nie begegnet.

Zuletzt hat Christopher Wurmdobler aus Anlass des 80. Geburtstags von Peter Alexander mit Bartz über den Wiener Ausnahmeentertainer gesprochen. Damals begab es sich, dass Passagen aus einem sehr ähnlichen Interview mit Edek Bartz im Artikel eines Wiener Journalisten in einer Berliner Zeitung zu finden waren. Infantil gekränkt darob, dass die Bartz’sche Alexanderkompetenz nun auch schon von der Konkurrenz angezapft wird, fragte ich Bartz, wann das Interview mit dem Kollegen (er leitet heute ein veganes Zeitgeistmagazin) stattgefunden habe. Die äußerst aufschlussreiche Antwort: nie.


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