Seinesgleichen geschieht  

Was hat er, der Grasser? Versuch einer Würdigung

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Der hat was, der Grasser. Den Mittelstand faszinierte er als ein neuer Tüchtiger, als Speerspitze der New Egonomy, der endlich mit dem verknöcherten Österreich aufräumen würde. Von ständischen Beschränkungen zu Recht frustrierte Wirtschaftsleute jubelten ihm zu, und man konnte, wenn nicht ihren Jubel, so doch ihren Frust verstehen. Wenn Susanne Riess-Passer, wie Grasser eine Haider-Kreation (um es freundlich zu sagen), versprach, endlich mit dem Beamtengesocks aufzuräumen, war ihr johlender Beifall sicher.

Der hat was, der Grasser. Jene, die sich nicht durch seine scheinbar staatsknackende Tüchtigkeit blenden ließen, verbissen sich umso mehr in ihn. Auch bei ihnen, die Krone nennt sie gern Jagdgesellschaft (da wäre unsereiner endlich auch einmal Jägermeister), lässt sich dieses Quäntchen Mehr spüren, das Grasser offenbar bei allen auslöst. Bei den Fans mehr Blindheit, bei den Jägern mehr Wut.

Der hat was, der Grasser. Bloß was? Ist er ein Medienopfer? Jemand, der so schamlos


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