Kolumne  

Ägypten nach der Revolte: Wie baut man einen Staat neu auf?

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Wie ein Tsunami fegt der Aufstand der Jugend gegen die verkrusteten Diktaturen durch die arabische Welt. Man kann es kaum glauben: Keine zwei Monate ist es her, dass der Straßenhändler Mohammed Bouazizi am 17. Dezember 2010 mit seiner Selbstverbrennung aus Protest gegen die Schikanen der lokalen Polizeimafia in der tunesischen Provinzstadt Sidi Bouzid die Bewegung auslöste. Ein Ende ist auch nach dem Sturz Hosni Mubaraks im Schlüsselland Ägypten nicht in Sicht. Auch wenn die greisenhaften Despoten weniger werden und das Militär sich in den Vordergrund schiebt. Der Showdown zwischen der jungen Bevölkerung, der das Internet und Al Jazeera den Blick hinaus in die Welt ermöglicht, und den anachronistischen Regimes eröffnet eine neue Ära.

Während sich die Völker in Lateinamerika und Asien in den 90er-Jahren immer mehr aus dem Würgegriff der Diktaturen befreien konnten und die Grundlagen zum wirtschaftlichen Aufschwung legten, versank die arabische Welt in Unbeweglichkeit und Korruption.


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