Am Apparat  

Was war denn da in Indien los, Herr Nationalratspräsident?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Der Österreicher im Ausland. Ein Quell von Missverständnissen. Vergangenen Sonntag berichtete der Kurier über einen kuriosen Staatsbesuch des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) in Indien, wo er seiner Zunge freien Lauf gelassen haben soll. Hier erzählt Graf, wie er die Reise erlebt hat.

Herr Nationalratspräsident, der Kurier berichtet über Ihren Staatsbesuch in Indien. Dort sollen Sie gesagt haben, dass der Inder einmal einen Besen in die Hand nehmen sollte, um sein Land zu säubern ...

... das war doch nur sarkastisch gemeint. Der Nächste wirft mir vielleicht vor, dass ich auf der Reise schlecht gekleidet war. So mancher Journalist ist übrigens wie ein Schlurf gekleidet bei den Terminen erschienen.

Sie sollen auch gesagt haben: "Indien ist nicht meins“. Spricht so ein Repräsentant Österreichs?

Das ist doch ein Witz! Ich sage Ihnen, wie es wirklich war. Wir sind in Delhi gelandet. Die Stadt geht im Dreck unter. Überall waren Kühe, Ziegen und Hunde, die im Müll standen. Da hat die ganze Reisegesellschaft zu diskutieren begonnen. Ich erzählte von Libyen, wo an Gaddafis Geburtstag die ganze Stadt zusammengekehrt wird, und sagte scherzhaft, das sollte man auch einmal hier machen. Es war ein privater Smalltalk in der Gruppe, der nun öffentlich gemacht wurde. Ich sah übrigens auch zwei andere Städte, etwa Hyderabad, wo es sauber war. Den Indern fehlt in Delhi eine professionelle Müllentsorgung. Das wäre eine Chance für österreichische Firmen!

Sie sollen auch offizielle Termine geschwänzt haben oder zu spät gekommen sein?

Das ist doch überhaupt nicht wahr. Wir waren immer im Konvoi. Vielleicht war ich einmal auf der Toilette. Im Gegensatz zu einigen Journalisten, die bereits zum Buffet stürmten, hab ich mir auch den Vortrag "Genderbudgeting in Indien“ zur Gänze angehört.

Interview: Florian Klenk


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