Wieder gelesen 

Bücher, entstaubt

Politik | Alexander Fanta | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Frieden zwischen Mann und Frau

Am 8. März ist wieder internationaler Frauentag. Pünktlich zu diesem Termin diskutiert auch die heimische Politik über Frauenquoten und Gehältertransparenz. Frauen verdienen schließlich im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen noch immer 25 Prozent weniger für den gleichen Job. Dass die gesellschaftlichen Reglementierungen der Geschlechter aufgelöst werden müssen, damit Männer und Frauen in Harmonie miteinander leben können, davon handeln auch die Essays der Wiener Frauenrechtlerin Rosa Mayreder, die zwischen 1905 und 1923 erschienen sind. Die Kulturphilosophin engagierte sich für den Frieden und kritisierte den Militarismus, den sie als männliches Machwerk sah. Mayreder legt in ihren Essays dar, warum starre Rollenzuschreibungen das Unverständnis zwischen Mann und Frau nähren. Und sie stellt eine These auf, die noch immer Gültigkeit hat: Die Emanzipation der Frauen dient auch den Männern. Jo

Rosa Mayreder: Zivilisation und Geschlecht. Neuauflage 2010, Mandelbaum, 240 S., € 19,90

Rascher Aufstieg und tiefer Fall

Josef Klaus gilt heute als von der Geschichte geschlagen. Er führte die ÖVP im Jahr 1966 zur Alleinregierung mit absoluter Mehrheit. Doch schon vier Jahre später musste er an Bruno Kreisky übergeben. Eine Zäsur für den Sohn einer alleinerziehenden Mutter aus Kärnten - er sollte nie in die aktive Politik zurückkehren. In seinen Memoiren verarbeitete Klaus seinen raschen Aufstieg und tiefen Fall und versprüht dabei sogar eine feine Prise Ironie. Während der Kanzlerschaft des Juristen wird unter anderem ein Rundfunkgesetz beschlossen, das dem ORF mehr Unabhängigkeit verleiht. Viele Reformen seiner Regierung bleiben jedoch Stückwerk, wie Klaus in seinen Memoiren eingesteht. Der stille Reformer verstarb im Jahr 2001 in Wien.

Josef Klaus: Macht und Ohnmacht in Österreich. Konfrontationen und Versuche. Molden 1971, 495 S., erhältlich im Antiquariat


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