Nachgetragen  

Politik | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wie sich ein mächtiger Polizist über das Gesetz stellen wollte

Florian Klenk

Sein Prozess lockte die halbe Wiener Unterwelt an. Zuhälter, Puffbetreiber und andere Figuren drängten sich im Wiener Landesgericht, um der Verurteilung eines einst mächtigen Wiener Kriminalbeamten entgegenzusehen.

Vergangene Woche wurde der 53-jährige Spitzenbeamte Franz Pripfl wegen Amtsmissbrauchs in sechs Fällen, Nötigung unter Ausnützung seiner Amtsstellung, Verletzung eines Amtsgeheimnisses, Betrugs und versuchter Anstiftung zur falschen Zeugenaussage schuldig gesprochen und zu 18 Monaten bedingter Haft und somit zum Amtsverlust verurteilt (nicht rechtskräftig).

"Er hat sich schlichtweg über das Gesetz gestellt“, hielt Richterin Irene Mann in der Urteilsbegründung fest. Der Chefinspektor wurde in fast sämtlichen Anklagepunkten schuldig erkannt und hatte sich buchstäblich durch das Strafgesetzbuch gearbeitet. Er deckte Zuhälter und ließ

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