Mediaforschung  

McDonald’s, "du geile Sau“! Ist das Ihre Idee, Herr Celand?

Nachfragekolumne

Medien | Nathalie Grossschädl | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

McDonald’s! Du geile Sau! Ich will deinen Käs schmelzen sehen! Mit Butter! Das Cordon bleu knusprig erleben! Der Hammer! Ich brauch dich, du schmeckst so wunderbar! Aha, aha, McDonald’s!“

Mit diesem zünftigen Schlagertext wirbt der Konzern für seine Hüttengaudi-Burger. Der Radiospot läuft auf fast allen Sendern. Die dazupassenden Plakate mit Slogans wie "Gemma Vollkas“ und "Oida, maumpf!“ wurden landesweit affichiert.

Hinter der markanten Kampagne steckt die heimische Agentur CCP, Heye. "Volksnah“ gebe sie sich, wie Creative Director Werner Celand erzählt. McDonald’s, der Global Player, greift nicht nur regionale Essgewohnheiten auf, sondern bemüht sich mittlerweile auch um Authentizität und schnappt sich Peter Wackels Après-Ski-Hit als Hüttengaudi-Song. Wackels "Joana, du geile Sau!“ ist auf Österreichs Skihütten ein Kracher, zu dem Hunderttausende ihre Skischuhe schwingen. "Diesen Hype haben wir aufgegriffen“, sagt Celand.

Ganz klar - wenn der Schlagersong am Berg funktioniert, warum nicht auch in der McDonald’s-Filiale. Celand fügt hinzu: "Ich bitte aber zu bedenken, dass aus Rücksicht auf das jüngste Publikum die Line ‚Du geile Sau!‘ bei Ö3 erst zu später Stunde ausgestrahlt wird. Davor wurde der Textteil durch ‚Du weißt genau‘ ersetzt.“

Zielpublikum ist dabei die Jugend. Die Slogans sollen ihre Sprache sprechen. Inspiriert vom Zeitgeist, alpinem Flair und einem Schuss Humor kann schon mal ein "Oida, maumpf!“ rauskommen. Diese Idee ist an Lukas Pöchls Lied "Oida, taunz!“ angelehnt, mit dem er bei der Castingshow "Helden von morgen“ punkten konnte.

Eine gute Idee. Gerade im Winter, wenn uns alle Skihütten mit Après-Ski-Konservenmusik quälen, ist ein ironischer Umgang damit eine angenehme Abwechslung.


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