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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Wer deutsche Zeitungen liest, kann sich das Abo für die österreichischen sparen, das zeigt sich am Beispiel der "Tigermutter“ wieder einmal. Was Spiegel, Bild und Co. berichten, landet einige Zeit später garantiert in österreichischen Feuilletons. Ende Jänner berichtete die Süddeutsche Zeitung über die "Tigermutter“ Amy Chua, eine amerikanische Yale-Professorin mit chinesischen Wurzeln, die schreibt, dass Kinder ohne Drill zu Versagern würden. Brav berichteten einige Tage danach Kurier, Presse, Standard und Kleine Zeitung über die strenge Mama, die ihren Kleinen die Puppen wegnimmt und sie während des Klavierübens nicht aufs Klo gehen lässt. Nur die Kronen Zeitung hat anscheinend die letzten Wochen geschlafen. Dafür strahlt Chua diesen Sonntag vom Cover der Krone bunt. Einen Vorteil hat das österreichische Nachzüglertum: Weil es so lange dauert, bis Themen hier ankommen, freut man sich über eine kleine Auffrischung dessen, was man Wochen zuvor schon in deutschen Medien gelesen hat.


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