Technik  

Blackberry ohne Sklavenring: der Bold 9780

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Prüfbericht: Thomas Vasek

Woran erkennt man, dass man der Firma etwas wert ist? Man bekommt einen Blackberry geschenkt. Einfach so. Die einzige Bedingung ist, Mails vom Chef innerhalb von zwei Minuten zu beantworten. Seit längerem versucht Blackberry-Hersteller RIM, seine Produkte vom Image des Sklavenrings für Führungskräfte zu befreien. Es gelingt nur nicht so richtig.

Das neueste Beispiel ist der Blackberry Bold 9780. Wäre der Bold ein Dienstwagen, dann wäre er so etwas wie ein S-Klasse-Mercedes - dick, protzig, unsympathisch, aber natürlich mit Topausstattung. Man mag ihn nicht, kann sich aber auf ihn verlassen. Der Witz solcher Modelle ist natürlich, dass sie sich nicht allzu sehr verändern dürfen. Ein "Bold“ mit Touchscreen wäre lächerlich, dachten sich wohl die Entwickler, da könnte man ja gleich mit einem iPhone rumlaufen. Das einzig wirklich Neue am neuen Bold ist das Betriebssystem, das dem Nutzer erlaubt, zwischen verschiedenen Startbildschirmen hin und her zu wechseln. Der Rest sind kleinere Verbesserungen, wie ein gemeinsames Postfach für Social-Network-Nachrichten oder eine Kamera mit Geotagging (die also die Ortskoordinaten eines Fotos speichert).

Wenig aufregend sind auch die Multimediafunktionen, aber mal ehrlich, die Blackberry-Träger unter den Mitarbeitern haben auch was anderes zu tun, als auf Firmeneigentum Musik zu hören. Ich meine, ein bisschen was sollte einem die Firma schließlich auch wert sein.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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