"Ich liebe Jazz und ich hasse Jazz“

Feuilleton | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Eigenwillig, aber gut: Der Sänger Willi Landl schreibt Kunstlieder, die zwischen Jazz, Pop und Chanson angesiedelt sind

Porträt: Gerhard Stöger

Willi Landl macht tolle Lieder. Aber er ist ein schlechter Vermarkter seiner selbst. Dass er schon im Gymnasium Musicals sang, am Linzer Brucknerkonservatorium studierte und zur raren Spezies des akademischen Jazzsängers zählt, muss man dem 38-Jährigen aus der Nase ziehen. Dass dieses Studium erstens ein bisschen fad und zweitens gar nicht so wichtig sei, erzählt er dagegen ganz von selbst.

Aber gut, Landl, der heute selbst Gesang unterrichtet, ist auch ein ungewöhnlicher Jazzsänger. Er vermag mit seiner Stimme zwar auffällig gut umzugehen. Belastungsgrenzen auslotende Vokalakrobatik ist ihm aber fremd, ebenso das technisch versierte Absingen tausendfach gehörter Standards.

Wenn schon, dann eignet sich der Robert-Wyatt- und Miles-Davis-Fan lieber Popsongs an. Duran Durans "Wild Boys“ und Daft Punks "One More Time“ etwa. Oder er verwandelt

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