Nüchtern betrachtet

Dumm bleibt dumm und säuft auch blöd

Feuilleton | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Aus Gründen, die man freundlicherweise der Brisanz des Themas oder andernfalls der altersbedingten Unfähigkeit, die Tinte noch in einem zügigen Strahl abschlagen zu können, zuschreiben mag, muss ich mich weiterhin mit dem Niedergang lokaler Brautraditionen befassen. Unmittelbarer Anlass der Auslassungen ist ein Besuch der englischen Hauptstadt, wo zwar prinzipiell (fast) alles besser, aber auch längst nicht mehr so gut ist, wie es einmal war. Die Tendenz, die gloriose Tradition des Public House durch überaus fragwürdige Internationalisierungsmaßnahmen zu schädigen, ist nämlich auch dort seit vielen Jahren zu beklagen. Man mag von den britischen Bieren halten, was man will - und nur ausgemachte Tagediebe und Tunichtgute, Nichtsnutze und Nachtwächter halten schlechterdings nichts davon -, aber dass die Welt besser würde, indem man Zapfhähne, denen bislang der Stolz Londons entquollen


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