Mobilität am Ring: Wenn der am meisten befahrene Radweg der Stadt ein Schwesterchen bekommt

Stadtleben | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

Radgeber: Christopher Wurmdobler

Jede Woche eine Pressekonferenz! Die Wiener Grünen nehmen die Sache mit dem Mitbestimmen im Rathaus wirklich ernst und zeigen, was sich ändern könnte in der Stadt. Die Drängelei am Ring zum Beispiel, nämlich die auf dem Radweg dort.

Freilich ist jetzt nicht mehr wie einst die Rede von einer komplett autofreien Ringstraße. Man muss schließlich realistisch werden. Aber man will Wiens meistbefahrenen Radweg entlasten; durch einen weiteren auf der äußeren Seite der Straße. Der grüne Verkehrssprecher Christoph Chorherr präsentierte Pläne, wie der Ring beidseitig für den Radverkehr fit gemacht werden soll. Wie dann Engstellen, zum Beispiel die Bus-Bim-Ballung vor dem Palais Epstein, entflochten werden sollen, ist allerdings noch nicht ganz klar.

Radeln am Ring - da sind vor allem Ampeln, Autos und Ahnungslose das große Problem, Touristen, meist Fußgänger, denen oft gar nicht klar ist, dass sie mitten auf einem Radweg herumspazieren. In der Vergangenheit wurde dagegen ein bisschen mit weißer Farbe angegangen, die aber ziemlich schnell wieder grau wurde. Noch vor Rot-Grün machte man schon beide Seiten des Parkrings für Radfahrer befahrbar, entschärfte Gefahrenquellen, indem Abbiegemöglichkeiten für Autos eingeschränkt wurden. Das funktioniert erstaunlich gut.

Bis 2012 soll also auch die Ring-Außenseite von der Urania bis zum Ringturm durchgängig als Zweirichtungsradweg befahrbar sein. Noch heuer soll es mit dem Rad vom Schwarzenbergplatz bis zum Rathauspark auf dem Außenring in beiden Richtungen vorangehen. Wie das dann bei den Bim- und Busstationen wird, daran arbeiten die Planer allerdings noch. Chorherr gab sich jedenfalls zuversichtlich und würde "schnelle und erfahrene Radler“ ohnehin am liebsten auf die Autostraße schicken. Aber dafür müsste die Radwegbenutzungspflicht fallen.


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