"Hier von Hofmannsthal!“

Stadtleben | aus FALTER 07/11 vom 16.02.2011

In privaten Adressbüchern stecken die Tragödien des Wiener Kulturlebens

Recherche: Matthias Dusini

Als wir wieder siebensternten“, dichtet Ingeborg Bachmann. Die Assoziationen des Lesers wären weniger kosmisch, würde er das Adressbuch der Schriftstellerin kennen. Siebenstern heißt nämlich die Wiener Gasse, in der Bachmanns Liebhaber, der Kritiker Hans Weigel, wohnte.

Erst Bachmann, dann Inge

Marcel Atze und Kyra Waldner von der Wienbibliothek im Rathaus betreuen hunderte Nachlässe prominenter Zeitgenossen und blättern daher täglich in privaten Adressbüchern.

Sie nahmen nun einige davon genauer unter die Lupe und präsentieren ihre Forschungsergebnisse in einem tollen Buch über etwas scheinbar Nebensächliches, das in Wahrheit ein Logbuch des Lebens ist. "Wenn man mit diesem Material arbeitet, tut sich ein Sog auf“, sagt Atze. "Aufgrund der Einträge kann man eine Biografie fächerartig aufblättern.“

Die Pariser Adresse des Wiener Dramatikers Ferdinand Bruckner (1891-1958) ist


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