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Pragmatiker und Visionär — wer war Olof Palme?

Lexikon | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Vor 25 Jahren kam der damalige schwedische Ministerpräsident Olof Palme unter dubiosen Umständen ums Leben. Auf dem Heimweg nach einem Kinobesuch mit seiner Frau Lisbeth Palme, wurde der charismatische Politiker von einem Unbekannten hinterrücks erschossen. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Im Zuge der Ermittlungen verwickelte sich die schwedische Sicherheitspolizei auch in einige Ungereimtheiten. Auch das Tatmotiv ist ungeklärt. Waren Kräfte der südafrikanischen Apartheid-Bewegung, Aktivisten der kurdischen Arbeiterpartei PKK oder Rechtsradikale in die Ermordung des sozialdemokratischen Politikers involviert? Der Kriminalfall Palme lässt noch heute viele Fragen offen.

Palmes Politik prägte die Geschichte weit über die schwedischen Landesgrenzen hinaus. Seine klaren Statements gegen den Vietnamkrieg riefen Bewunderung hervor, und er scheute sich auch nicht, Kritik an der Regierung der USA zu üben. Anfang der 80er leitete er die nach ihm benannte Palme-Kommission, die sich bei der UN-Vollversammlung ganz klar für den Abbau von Atom-, chemischen und Weltraumwaffen deklarierte und somit auch zur Entspannung im Kalten Krieg beitrug. Mit "Vor uns liegen wunderbare Tage“ veröffentlicht der Historiker Henrik Berggren nun eine umfangreiche Biografie, die kommenden Mittwoch in Wien präsentiert wird. Sie zeichnet das Leben des weltoffenen Ausnahmepolitikers nach und bietet eine unverstellte Sicht auf sein polarisierendes Wirken.

Wer war Palme wirklich? Nach einem Einführungsstatement von Franz Vranitzky versucht der Sozialforscher Joakim Palme, der Sohn des ermordeten Vollblutpolitikers, gemeinsam mit dem Biografen Berggren in einem Gespräch dieser Frage näherzukommen. Aus dem Buch liest Cornelius Obonya. BK

Bruno Kreisky Forum, Mi 19.00


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