Vernissage

Der richtige Takt an den Wänden

Lexikon | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Schon mehrere große Retrospektiven wurden der 1965 in Canterbury geborenen Medienkünstlerin Tacita Dean gewidmet. Ein wichtiges Thema ihrer aktuellen Filmarbeiten, die sie nun unter dem Titel "The Line of Fate“ im Mumok zeigt, stellt der Prozess des Alterns dar. Dieser wird anhand des Körpers und seines Verfalls ebenso behandelt, wie die Künstlerin sich für das "Altern der Moderne“ interessiert, dem Bedeutungswandel der künstlerischen Utopien seit Beginn des letzten Jahrhunderts. Aus diesem Interesse heraus benützt die Künstlerin auch antiquierte Techniken wie etwa die Fotogravur. Den Mittelpunkt der aktuellen Schau bilden vier Filme, die sie den amerikanischen Künstlern Merce Cunningham, Cy Twombly, Julie Mehretu und Claes Oldenburg widmet. Die zentrale Frage kreist darum, wie künstlerische Kreativität und Produktionsweisen dargestellt werden können. In zwei weiteren Filmen geht Dean dem Maler Giorgio Morandi nach, und zwar der Art, wie der italienische Künstler seine Stillleben arrangierte.

Auch für Florian Pumhösl spielt die Reflexion über die Verwendung von Medien eine fundamentale Rolle. In seiner Personale "678“ zeigt der Wiener Künstler, der bereits viel international ausgestellt hat, zwei neue Filmarbeiten und einen Zyklus von Hinterglasbildern. Pumhösls Filminstallation "Expressiver Rhythmus“ referiert auf ein Bild von Alexander Rodtschenko sowie auf die Fotos, die der russische Künstler von den Landschaften Kareliens in Nordwestrussland geschossen hat. Der abstrakte Animationsfilm "Tract“ geht von Notationen für Tanz aus. Der richtige Takt war für die Hängung der 48 Hinterglasmalereien namens "Diminution“ ausschlaggebend: Durch ihre Abstände sollen sie den Raum rhythmisieren. nS

Mumok, Do 19.00; bis 29.5.


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