Film Neu im Kino

Ins Land einischaun: Horrorulk, ,Tucker & Dale“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

All die Hinterwäldler, die im Horrorkino schicke Städter brachial verwursten, rektal durchstrudeln oder ihnen sonst wie den Ausflug verderben, werden hier rehabilitiert: "Tucker & Dale vs. Evil“ bespielt die alte backwood slasher-Formel aus der Sicht zweier Dorfdeppen, die einfach im Wald Holz zerkleinern wollen. Die rund um sie an spitzen Ästen oder Sturz in den Häckslern sterbenden College-Kids scheinen ihnen eine Suizidsekte zu sein. Umgekehrt sieht es wie Veitstanz mit der chainsaw aus, wenn Tucker ein Wespennest ansägt; alles nur Projektion sozialer Klischees. Vom Konzept her wäre da mehr drin: Regisseur Eli Craig will auf (nicht immer zündende) Gags hinaus, ohne jene Bosheit, mit der sein Namensvetter Roth "Cabin Fever“ inszenierte. Dennoch: Als Antidot gegen Neo-Heimatfilme, die das Landleben als eisigen Ort tiefer Wahrheiten zeigen, ist diese Splattersatire heilsam.

Ab Fr in den Kinos


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