Glosse 

Warum die Wiener Linien unseren Akzent nicht abschaffen sollten

Fremdsprachen

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Der gemeine Österreicher reagiert auf holpriges Englisch sprechende Landsleute mit Spott. Ganz so, als ob jeder von uns zwei Semester in Cambridge an seiner Aussprache feilen könnte. Aber auch akzentfreies Englisch sprechende Landsleute erregen seine Missgunst: Als wäre es verächtlich, zwei Semester in Cambridge an seiner Sprache zu feilen. So oder so, wir machen es unseresgleichem nicht leicht. Ab Ostern gibt es bei den Wiener Linien Durchsagen auf Englisch. Das ist gut. Ein Native Speaker soll sie sprechen. Das ist weniger gut. Nicht nur, weil Städte ihren Charme verlieren, wenn ihre öffentlichen Stimmen jenen seltsamen global-englischen Nichtdialekt singsangen. Sondern auch, weil der Versuch, seinen Akzent zu überspielen, weitaus dümmer klingt, als diesen einfach zu akzeptieren.


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