Kolumne  

Das neue Gesicht der arabischen Welt ist noch nicht zu erkennen

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 08/11 vom 23.02.2011

Kein Regime im arabischen Raum scheint gegen die Erschütterung immun zu sein, die vom Mittelmeer ausgehend die Region vom Golf bis an den Atlantik erfasst hat. Selbst über die Grenzen der arabischen Welt hinaus, von Iran bis China, schöpfen demokratische Bewegungen neue Hoffnung, während sich die autoritären Regierungen für die Niederschlagung der Massenproteste rüsten. Aber so rasch die verhassten korrupten Regimes in Tunis und Kairo in den vergangenen Wochen unter dem Druck der Massenproteste in sich zusammengebrochen sind, so brutal und skrupellos setzen sich jetzt andere, in Tripolis, Teheran, Bahrein, zur Wehr. Noch lässt sich nicht absehen, wie der arabische Raum am Ende dieser Umwälzungen, die sich noch einige Zeit hinziehen werden, aussehen wird.

Darin liegt der wesentliche Unterschied zu Europa 1989, als der Fall der Berliner Mauer auch in den europäischen Nachbarstaaten eine Entwicklung in Richtung Demokratie und Rechtsstaat eröffnete. Damals war die Grundlage der kommunistischen


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